Naturstein-Fassaden · Reinigung & Konservierung

Naturstein an Gebäuden erhalten und richtig pflegen

Sandstein, Kalkstein und Granit reagieren unterschiedlich auf Witterung, Schadstoffe und unsachgemäße Reinigung. Dieser Ratgeber beschreibt materialgerechte Methoden und die wichtigsten Grundlagen der Steinkonservierung.

Kaiserdom Speyer — Sandsteinfassade

Materialkunde

Naturstein: Eigenschaften und Unterschiede

Die wichtigsten Baugesteine in Deutschland — Sandstein, Kalkstein, Granit und Schiefer — unterscheiden sich erheblich in Porosität, Härte und chemischer Zusammensetzung. Diese Eigenschaften bestimmen, wie ein Stein auf Witterung, Schadstoffe und Reinigungsverfahren reagiert.

Sandstein ist verbreitet in historischen Bauten des Rhein-Main-Gebiets, Sachsens und des Havellands. Er ist relativ weich, porös und empfindlich gegenüber Säuren. Kalkstein findet sich an Kathedralen und mittelalterlichen Stadtkirchen; er ist druckfester, aber ebenfalls säureempfindlich.

Granit, wie er in Norddeutschland und Bayern vorkommt, ist härter und weniger porös, aber nicht unempfindlich gegenüber mechanischen Schäden bei unsachgemäßer Hochdruckreinigung.

Fassadendetail des Speyerer Doms

Häufige Fragen

Grundsatzfragen zur Natursteinreinigung

Kann man Natursteinfassaden mit einem Hochdruckreiniger behandeln? +
Hochdruckreinigung ist für viele Natursteine nicht geeignet oder nur unter sehr kontrollierten Bedingungen anwendbar. Bei weichen Steinen wie Sandstein oder Tuffstein kann Hochdruck die Oberfläche abtragen und Poren öffnen, was die Witterungsanfälligkeit erhöht. Empfohlen wird in der Fachpraxis die Niederdruckreinigung mit Wasser unter 20 bar, ggf. ergänzt durch weiche Bürsten und geeignete Reinigungsmittel.
Was sind Schwarzkrusten und wie entstehen sie? +
Schwarzkrusten sind dunkle Ablagerungsschichten auf Natursteinfassaden, die aus Gips (Calciumsulfat) und eingelagerten Rußpartikeln bestehen. Sie entstehen durch die Reaktion von Schwefeldioxid aus Verbrennungsprozessen mit dem Calcit des Kalksteins in Anwesenheit von Feuchtigkeit. Auf geschützten, wenig beregenbaren Fassadenflächen können sie sich über Jahrzehnte aufbauen und zu Abplatzungen führen.
Wann ist eine Hydrophobierung sinnvoll? +
Eine Hydrophobierung (Wasserabweisende Imprägnierung) kann bei stark bewitterten, porösen Steinen sinnvoll sein, um das Eindringen von Wasser und damit verbundenen Frost-Tau-Schäden zu reduzieren. Sie sollte jedoch nur nach gründlicher Reinigung und Trocknung auf intakte Steinflächen aufgetragen werden. Bei Steinen mit aktiven Salzbelastungen kann eine Hydrophobierung kontraproduktiv sein, da sie den Salzaustransport blockiert.
Brauche ich eine Genehmigung für die Reinigung einer denkmalgeschützten Fassade? +
Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist in der Regel vor jeder reinigenden oder konservierenden Maßnahme die zuständige Denkmalschutzbehörde zu informieren oder deren Zustimmung einzuholen. Die Anforderungen variieren je nach Bundesland. In einigen Ländern genügt eine Anzeige, in anderen ist eine förmliche Genehmigung erforderlich. Das Bundesdenkmalschutzgesetz und die Landesgesetze regeln dies unterschiedlich.
Was ist bei biologischem Bewuchs (Moos, Flechten) zu beachten? +
Biologischer Bewuchs kann den Stein durch eingewachsene Wurzeln und organische Säuren langfristig schädigen. Die mechanische Entfernung allein löst das Problem nicht dauerhaft. Biozidbehandlungen mit für Stein geeigneten Wirkstoffen (z. B. Benzalkoniumchlorid-basierte Mittel) können das Wachstum hemmen. Wichtig ist die Auswahl von Produkten, die auf den jeweiligen Steintyp abgestimmt sind, und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften beim Umgang mit Bioziden.

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